
Zwischenraum - die dienende Wand
Katharina Frell-Dik
Die Arbeit mit dem Titel ‚Zwischenraum - die dienende Wand‘ untersucht die Wand als massives Volumen im Wohnungsbau, das Nebenräume und Erschließung in sich aufnimmt, statt sie additiv hinzuzufügen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung historischer Bauwerke wie Burgen, in denen Gänge und Nischen in die Wandstruktur eingelagert sind und sich erst durch Bewegung im Raum erschließen. Im zeitgenössischen Wohnungsbau wird die Wand dagegen überwiegend als neutrale Fläche behandelt; ihr Potential als raumbildendes Volumen bleibt weitgehend ungenutzt.
Daraus ergibt sich die leitende Fragestellung: Wie kann die Wand als massives Volumen – durch subtraktive Raumbildung, die Schwelle als Zwischenraum und gezielte Lichtführung – eine neue Erlebnisqualität im Wohnungsbau begründen und als übertragbare Typologie formuliert werden?
Die wissenschaftliche Relevanz ergibt sich aus einer klar benannten Forschungslücke. Die Architekturtheorie hat sich zwar mit der Wand als Raumelement befasst – etwa durch Louis Kahns Unterscheidung von served und servant spaces, Adolf Loos’ Raumplan sowie Arbeiten von Robin Evans und Pier Vittorio Aureli –, die dicke Wand wurde bislang jedoch nicht als eigenständige, entwurflich anwendbare Typologie systematisiert. Hier setzt die Arbeit an: Sie entwickelt eine neue Wohntypologie und überprüft diese anhand prototypischer Entwürfe.
Methodisch verbindet die Arbeit historisch-typologische Analyse mit entwurfsbasierter Forschung in vier Schritten. Zunächst werden Burgen, Festungsanlagen, Klöster und Felsenkirchen auf wiederkehrende Prinzipien der Raumbildung hin analysiert. Daraus wird eine Systematik aus vier Grundoperationen abgeleitet: Subtraktion, Einlagerung, Vermittlung und Transformation. Diese Operationen werden primär im Grundriss entwickelt, da dieser unabhängig von Konstruktion, Ort und Maßstab übertragbar ist; der Schnitt vertieft die Prinzipien, ohne Bedingung für sie zu sein.
Die Übertragung erfolgt in zwei Maßstabsstufen: Das Einfamilienhaus dient als Entwurfslabor, in dem die Prinzipien ohne konstruktive Einschränkungen entwickelt werden. Das Mehrfamilienhaus fungiert als Testfall, in dem sich die Grammatik unter realen Bedingungen – Tragstruktur, Brandschutz, Nachbarschaft – bewähren muss. Die prototypischen Entwürfe machen das abstrakte Regelwerk dabei sichtbar und diskutierbar.
Ziel der Arbeit ist ein übertragbares Prinzipiensystem, das die Wand nicht als Restfläche, sondern als primären Generator von Raumqualität, Flexibilität und typologischer Ordnung begreift.

Zwischenraum - die dienende Wand
Katharina Frell-Dik
Die Arbeit mit dem Titel ‚Zwischenraum - die dienende Wand‘ untersucht die Wand als massives Volumen im Wohnungsbau, das Nebenräume und Erschließung in sich aufnimmt, statt sie additiv hinzuzufügen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung historischer Bauwerke wie Burgen, in denen Gänge und Nischen in die Wandstruktur eingelagert sind und sich erst durch Bewegung im Raum erschließen. Im zeitgenössischen Wohnungsbau wird die Wand dagegen überwiegend als neutrale Fläche behandelt; ihr Potential als raumbildendes Volumen bleibt weitgehend ungenutzt.
Daraus ergibt sich die leitende Fragestellung: Wie kann die Wand als massives Volumen – durch subtraktive Raumbildung, die Schwelle als Zwischenraum und gezielte Lichtführung – eine neue Erlebnisqualität im Wohnungsbau begründen und als übertragbare Typologie formuliert werden?
Die wissenschaftliche Relevanz ergibt sich aus einer klar benannten Forschungslücke. Die Architekturtheorie hat sich zwar mit der Wand als Raumelement befasst – etwa durch Louis Kahns Unterscheidung von served und servant spaces, Adolf Loos’ Raumplan sowie Arbeiten von Robin Evans und Pier Vittorio Aureli –, die dicke Wand wurde bislang jedoch nicht als eigenständige, entwurflich anwendbare Typologie systematisiert. Hier setzt die Arbeit an: Sie entwickelt eine neue Wohntypologie und überprüft diese anhand prototypischer Entwürfe.
Methodisch verbindet die Arbeit historisch-typologische Analyse mit entwurfsbasierter Forschung in vier Schritten. Zunächst werden Burgen, Festungsanlagen, Klöster und Felsenkirchen auf wiederkehrende Prinzipien der Raumbildung hin analysiert. Daraus wird eine Systematik aus vier Grundoperationen abgeleitet: Subtraktion, Einlagerung, Vermittlung und Transformation. Diese Operationen werden primär im Grundriss entwickelt, da dieser unabhängig von Konstruktion, Ort und Maßstab übertragbar ist; der Schnitt vertieft die Prinzipien, ohne Bedingung für sie zu sein.
Die Übertragung erfolgt in zwei Maßstabsstufen: Das Einfamilienhaus dient als Entwurfslabor, in dem die Prinzipien ohne konstruktive Einschränkungen entwickelt werden. Das Mehrfamilienhaus fungiert als Testfall, in dem sich die Grammatik unter realen Bedingungen – Tragstruktur, Brandschutz, Nachbarschaft – bewähren muss. Die prototypischen Entwürfe machen das abstrakte Regelwerk dabei sichtbar und diskutierbar.
Ziel der Arbeit ist ein übertragbares Prinzipiensystem, das die Wand nicht als Restfläche, sondern als primären Generator von Raumqualität, Flexibilität und typologischer Ordnung begreift.
